Aktuelles, Bau / Investitionen|

Foto: Michael Bauroth

Foto: Michael Bauroth

Am Mommelstein-Radweg im Schmalkalder Ortsteil Haindorf wurde ein weiteres bedeutendes Infrastrukturprojekt der Abwasserbeseitigung in Betrieb genommen: das neue Regenüberlaufbecken. Mit Investitionen in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro hat der Abwasserzweckverband Schmalkalden und Umgebung gemeinsam mit dem Eigenbetrieb GEWAS ein Bauwerk realisiert, das überwiegend unsichtbar im Untergrund liegt – aber eine wichtige Rolle für den Hochwasserschutz und die Entlastung der Kläranlage Niederschmalkalden übernimmt.

Als kommunaler Eigenbetrieb ist es unser Anspruch, moderne und nachhaltige Infrastruktur zu schaffen, die den Menschen in unserer Region Sicherheit gibt – auch wenn man sie auf den ersten Blick oft gar nicht sieht. Mit Projekten wie diesem leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Hochwasserschutz sowie zur Lebensqualität vor Ort. – Ralf Liebaug, Werkleiter GEWAS

Beeindruckende Dimensionen unter der Erde

Was Spaziergänger oder Radfahrer nur an einem Gitter und einem gelben Betriebsgebäude erahnen, verbirgt in der Tiefe ein stattliches Bauwerk:

  • 915 Kubikmeter Rückstauvolumen
  • 27 Meter Länge und fast 16 Meter Breite
  • eine Tiefe von über 5 Metern

Mehrere Schächte ermöglichen den Zugang ins Innere. Bei der feierlichen Einweihung konnten die Gäste einen seltenen Blick in das „bunkerartige“ Gemäuer werfen.

Technik, die man nicht sieht – aber spürt

Die Steuerung des Beckens erfolgt sowohl vor Ort als auch über die zentrale Leitstelle. Moderne Elektronik ermöglicht es, den Durchfluss zur Kläranlage präzise zu regeln. Bei Starkregen wird überschüssiges Wasser im Becken gespeichert und bei Bedarf langsam abgeleitet. Im Extremfall können Wassermengen auch direkt in die Schmalkalde entlastet werden. Automatische Reinigungssysteme sorgen dafür, dass das Becken nach jedem Einsatz gespült wird.

„Wir investieren viel – aber das meiste bleibt unsichtbar“, betonte GEWAS-Werkleiter Ralf Liebaug bei der Einweihung und verwies auf die Bedeutung solcher Bauwerke für die Sicherheit und Lebensqualität in der Region. Auch Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski hob hervor, dass die Baumaßnahme trotz unvermeidlicher Umleitungen weitgehend reibungslos verlaufen sei.

Kunst trifft Technik

Ein optisches Highlight wird in den kommenden Wochen noch folgen: Der Schmalkalder Künstler Jörg Wolke gestaltet die Fassade des Betriebsgebäudes mit dem GEWAS-Logo. Eine spezielle Schutzschicht soll dafür sorgen, dass das Kunstwerk langfristig erhalten bleibt – gute Erfahrungen damit gibt es bereits an einem ähnlichen Standort in Helmers.

Bauablauf

  • August 2023: Rohbauarbeiten
  • Juni 2025: technische Ausstattung und Probebetrieb
  • September 2025: offizielle Einweihung

Mit dem neuen Bauwerk erweitert der Eigenbetrieb GEWAS seine Anlagen zur Abwasserbeseitigung auf insgesamt 63 Standorte – ein weiterer Schritt für eine zukunftssichere Wasserwirtschaft im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.

Close Search Window